Mit Die Nephilim, dem zweiten Teil des Armageddon-Zyklus, setzt Wolfgang Hohlbein die apokalyptische Geschichte um Beka fort. Die Handlung führt tiefer in eine surreale Welt, in der biblische Elemente, wie Engel und die Bundeslade, mit modernen Kriegsbildern und zerstörten Landschaften verschmelzen. Nachdem Beka nahezu alles verloren hat, trifft sie auf Lukas, der neue Hoffnung weckt: Gemeinsam wollen sie versuchen, die Vormacht der Seraphim zu brechen.
Das Hörbuch behält die düstere Atmosphäre und den bildreichen Stil des ersten Teils bei, verliert sich jedoch häufig in langatmigen Passagen und wiederkehrenden Andeutungen. Die Erzählung wirkt oft zerfasert, und klare Fortschritte in der Handlung bleiben aus. Viele Ereignisse werden nur angedeutet, um kurz darauf ins Unklare zu verschwinden. Die Figuren bleiben dadurch schwer greifbar, und die ständige Vermischung von Realität, Visionen und Symbolik erschwert den Hörfluss.
Die Nephilim punktet vor allem bei Hörern, die Freude an geheimnisvoller Symbolik, apokalyptischen Bildern und einem hohen Maß an Mystik haben. Wer jedoch eine stringente Handlung mit klarer Richtung erwartet, wird vermutlich Schwierigkeiten haben, einen roten Faden zu erkennen.
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